Bericht Technischer Ausschuss vom 31.01.2006

1. Bebauungsplan "Große Breite Süd"
- Textteil des Bebauungsplans, Bebauungs- und Gestaltungsvorschriften

Zu diesem Tagesordnungspunkt konnte Bürgermeister Hengstler die Herren Burgert vom gleichnamigen Ingenieurbüro aus Donaueschingen und Stadtplaner Kreuzer begrüßen.

Bürgermeister Hengstler erläuterte, dass es noch Klärungsbedarf zur Beurteilung der Höhenverhältnisse zwischen Hochwasserdamm, Erschließungsstraßen und Baugrundstücken gibt.

Stadtrat Uhrig erklärte, dass die vorhandene Flusslandschaft von der Donau geprägt ist. Die Straßen im Baugebiet kommen auf das Niveau des Hochwasserdammes. Wenn man berücksichtigt, dass das Baugebiet noch ca. 7 ha Fläche umfasst und dass im Mittel eine Aufschüttung von 2 m Höhe notwendig ist, ergibt dies ein Volumen von 140.000 m³. Wenn man einen Preis von 10,-- €/m³ Aufschüttung ansetzt, kommt auf die Bauherren ein Betrag von 1,4 Mio € an Kosten zu. Auch der Stadt entstehen Kosten von rund 300.000 € für die Aufschüttung der Straßen. Deshalb sollte die Überlegung angestellt werden, das Baugebiet mit einem Pumpwerk zu entwässern. Ein Pumpwerk ist mit rund 100.000,-- € zu veranschlagen. Mit einem Pumpwerk ist die Entwässerung bei Hochwassersituationen auch besser beherrschbar. Es ist ihm ein städtebauliches Anliegen, eine Lösung zu finden, um das Gelände nicht aufzuschütten.

Bürgermeister Hengstler erläuterte hierzu, dass das Ziel der Abwasserbeseitigung ist, das Gebiet störungsunempfindlich im Freispiegel zu entwässern. Er verweist auch auf die Folgekosten und die Störanfälligkeit eines Pumpwerkes. Sicher wäre es optisch reizvoll die Dammlinie des Hochwasserdammes zu erhalten. Allerdings geht jede Bebauung mit einem gewissen Landschaftsverlust einher.

Ingenieur Wolfgang Burgert erklärte, dass es grundsätzlich die Lösung der Entwässerung mit einem Pumpwerk und im Freispiegel gibt. Ein Pumpwerk bringt Folgekosten für den Betrieb und die Wartung mit sich. Die Entwässerung im Freispiegel birgt Kosten für die Auffüllung der Straßen. Ziel sollte es sein, das Straßenniveau über die maximale Hochwassergrenze zu setzen. Das Straßenniveau im Baugebiet wurde so geplant. Der Bau eines Pumpwerkes würde Mehrkosten von rund 174 T€ verursachen. Die Mehrkosten für die Aufschüttung der Grundstücke sind variabel. Sie hängen davon ab wie man Auffüllmaterial bekommt.

Stadtplaner Kreuzer erläuterte die Höhenverhältnisse im Baugebiet. Insgesamt ist das Baugebiet ziemlich eben. Mit dem Wassserwirtschaftsamt muss die Bauverbotszone entlang des Hochwasserdammes noch genau festgelegt werden. Jedoch wird die Bauverbotszone generell kleiner, je höher die Aufschüttung erfolgen wird.

Stadtrat Haug sprach sich gegen den Bau eines Pumpwerkes aus. Er sieht Vermarktungsprobleme für das Baugebiet, wenn das Straßenniveau abgesenkt wird. Eventuell kann der bestehende Damm nochmals um 50 cm aufgeschüttet werden. Wenn man dann noch vorschreibt, dass die Aufschüttung entlang des Dammes 50 cm unter der bisherigen Höhe liegen muss, dann ist der Damm mit einer Höhe von 1 m optisch noch sichtbar. Die Straßenhöhe sollte auch wegen des Polderwassers belassen werden.

Auch Stadtrat Hemens bittet darum, dass an der optischen Erkennbarkeit der Dammlinie festgehalten wird.

Stadtrat Hellmann schlug vor zu prüfen, ob zur Auffüllung des Baugebietes nicht eine Erddeponie erstellt werden kann.

Bürgermeister Hengstler erklärte hierzu, dass dies praktisch funktionieren würde. Es müsste jedoch sichergestellt sein, dass nur unbelastetes Erdmaterial angeliefert wird. Dies beinhaltet einen hohen Kontrollaufwand.

Bürgermeister Hengstler erklärte, dass heute keine Entscheidung zu fällen ist. An der Dammlinie soll optisch festgehalten werden. Die anderen Punkte müssen nochmals gründlich abgewägt werden.


2. Tiefbauarbeiten im Jahr 2006
Ausschreibung der Bauleistungen und Vergabe der Ingenieurverträge


Der Technische Ausschuss beschloss einstimmig die Tiefbauarbeiten für das Jahr 2006 auszuschreiben. Es handelt sich hierbei um folgende Baumaßnahmen:

Kanalsanierung Wildtal 3. Bauabschnitt mit 163 T€, Kanalaustausch in der Tengener Straße in Leipferdingen mit 200 T€, ein Druckmindererschacht in Gutmadingen mit 114,6 T€, Datenübertragung zum Hochbehälter „Hausenerberg“ mit 24,4 T€, Straßensanierung in der Tuttlinger Straße mit 11 T€, Gehweg in der Alemannenstraße in Gutmadingen mit 10,8 T€ und Gehweg im Baugebiet „Affental“ in Leipferdingen mit 8 T€. Die Maßnahmen für einen weiteren Erschließungsabschnitt im Baugebiet „Hinter Gärten“ in Gutmadingen wurden zurückgestellt, weil sich der Ortschaftsrat Gedanken über eine Änderung des Bebauungsplanes macht.

Ingenieur Wolfgang Burgert erläuterte den vorgesehenen dritten Bauabschnitt der Kanalsanierung im Wildtal. Im 3. Bauabschnitt wird der untere Teil der Banatstraße erneuert. Hierbei handelt es sich um einen reinen Mischwasserkanal. Inliner können zur Sanierung nicht verwendet werden. Der bisherige Durchmesser des Kanals ist zu gering. Der Kanal wird in offener Bauweise ausgetauscht. Im Zuge der Baumassnahmen wird auch die Wasserleitung erneuert.

Stadtrat Hellmann erkundigte sich, warum das vorhandene Mischsystem nicht durch ein Trennsystem ersetzt wird. Stadtrat Haug fragte nach der Fremdwasserproblematik und forderte, dass vorhanden Drainagen abgefangen werden müssen. Er erkundigte sich weiter ob es für die Maßnahme Zuschüsse gibt.

Ingenieur Burgert erklärte, dass die Einrichtung eines Trennsystems nur mit sehr großem Aufwand für jeden einzelnen Grundstückseigentümer möglich ist. Derzeit gibt es mit Sicherheit Fremdwasser im Kanal, da dieser sehr schadhaft ist.

Rechnungsamtsleiter Henninger erklärte, dass ein Zuschuss beantragt ist. Die Verwaltung wird versuchen eine Unbedenklichkeitsbescheinigung zu erhalten, damit die Maßnahme ausgeschrieben werden kann.

Zur Baumaßnahme in der Tengener Straße in Leipferdingen erläuterte Ingenieur Burgert, dass fast der ganze Kanal defekt ist. Teilweise besteht sogar Einsturzgefahr. Der Kanal wird durch einen neuen Kanal ersetzt. Ebenfalls wird die Wasserleitung ausgetauscht. Die Straße muss im Ganzen saniert werden. Zum Thema Fremdwasser ist zu sagen, dass dieser mit ca. 5 % berücksichtigt ist. Im jetzigen Kanalzustand ist eine Fremdwassermessung absolut unmöglich. Fehlanschlüsse konnten bei einer Kanalbefahrung nicht festgestellt werden. Beim Kanal in der Tengener Straße handelt es sich um ein Mischsystem.

Mehrheitlich beschloss der Technische Ausschuss dem Ingenieurbüro Burgert die Ingenieurverträge für die Bauvorhaben Kanalaustausch in der Tengener Straße und für einen Druckmindererschacht in Gutmadingen zu übertragen.


3. Baugesuche

Der Technische Ausschuss nahm Kenntnis vom geplanten Abbruch eines Brandobjektes in der Engener Straße.

Zwei weitere Baugesuche in der Wildtalstraße wurden vor Ort besichtigt. Einem Bauvorhaben in der Wildtalstraße Ecke Auf Wiehl wurde das Einvernehmen erteilt.

Einem weiteren Bauvorhaben in der Wildtalstraße Ecke Am Kalkofen wurde mit der Maßgabe zugestimmt, dass das Wohnhaus um 1 m tiefer liegen muss. Zusätzlich wurden zwei weitere Stellplätze gefordert.


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