Bericht Gemeinderat 14.03.2006

1. Bebauungsplan „Große Breite Süd“
- Empfehlung zum Hochwasserschutz

Zu diesem Tagesordnungspunkt konnte Bürgermeister Hengstler, Städteplaner Thomas Kreuzer und Ingenieur Wolfgang Burgert begrüßen.

Von den zuständigen Fachbehörden wird empfohlen, den vorhandenen Hochwasserdamm um ca. 1 m zu erhöhen. Der vorhandene Hochwasserdamm ist für ein hundertjähriges Hochwasser ausgelegt. Die Dammerhöhung um 1 m brächte weitere Sicherheit für das Baugebiet und würde das tausendjährige Hochwasser abdecken.

Gleichzeitig wurde von den Fachbehörden empfohlen, dass das Gelände hinter dem Damm so aufgeschüttet wird, damit es mit schweren Fahrzeugen zur sogenannten „Dammverteidigung“ (Kontrolle und Bewirtschaftung im Hochwasserfall) befahren werden kann. Der befahrbare Streifen wäre ca. 3 m breit. Der Streifen würde nicht als Straße ausgebaut, sondern als befahrbare Grünfläche. Die Bauplätze werden auf die Höhe des befahrbaren Streifens aufgefüllt. Der Hochwasserdamm läge dann 1 m höher wie die Bauplätze und wäre als Landschaft prägendes Element sichtbar. Die Bauverbotszone entlang der Donau kann dann auf den Verlauf der Bauplatzgrenzen verschoben werden.

Die Kosten für die Erweiterung des Hochwasserdammes würden die Baugrundstücke um ca. 3 bis 4 €/qm verteuern, sofern die Kosten vollständig auf die neuen Baugrundstücke umgelegt werden.

Die Dammerhöhung soll auch entlang der Kötach vorgenommen werden. Im bereits bebauten Gebiet soll die Dammerhöhung wasserseitig erfolgen. Dadurch rückt die Dammkrone näher zum Gewässer. Erfahrungsgemäß ist die Kötach im Hochwasserfall nicht zu unterschätzen. Der zusätzliche Hochwasserschutz soll deshalb ohne Lücken erfolgen.

Stadtrat Haug befürwortete den zusätzlichen Hochwasserschutz. Er hielt die tragfähige Auffüllung zur Verteidigung des Hochwasserdammes aber für etwas übertrieben. Er verwies darauf, dass der Damm eine gewisse Breie und Standfestigkeit aufweist.

Ingenieur Burgert erklärte hierzu, dass die Empfehlung eines befahrbaren Streifens aus technischer Sicht Sinn macht. Die Donau hat im Hochwasserfall insbesondere durch die vorhandene Kurve eine sehr hohe Fließgeschwindigkeit. Wenn der Damm durch Treibgut, z.B. Baumstämme beschädigt wird, bietet er dem Wasser Angriffspunkte. Es kommt zu Auskolkungen. Die Wasserseite eines Dammes ist grundsätzlich gefährdet. Auch für eine Bewirtschaftung des Dammes ist ein befahrbarer Streifen sinnvoll.

Stadträtin Benz sprach sich ebenfalls für einen zusätzlichen Hochwasserschutz aus. Sie verwies aber auf die zusätzlichen Kosten für die Bauherren, die ihre Grundstücke auffüllen müssen.

Hierzu erklärte Bürgermeister Hengstler, dass die Bauplätze aufgefüllt werden müssen. Dies wäre aber auch bei der Verwirklichung des alten Bebauungsplanes notwendig gewesen. Zusätzlich sind die Kosten für die Auffüllung deshalb nicht. Auch im alten Bebauungsplan war ein Weg hinter dem Damm vorgesehen gewesen. Die Bauverbotszone zur Donau hin, kann bei Erstellung des befahrbaren Streifens auf die Grundstücksgrenze der Bauplätze zurückgenommen werden. Die Kostenschätzung für die Dammererweiterung beläuft sich bei mittleren Preisen auf 170 bis 200 T€. Die Baukosten werden ganz stark von den Materialkosten abhängig sein. Der Gemeinderat wird sich noch Gedanken machen müssen, welcher Anteil der Kosten auf die Bauplatzpreise umzulegen ist.

Befürwortet wurde vom Gemeinderat, genehmigungsfreie Nebenanlagen, wie Gartenhäuschen außerhalb der Baufenster zuzulassen.

Stadtrat Haug bat darum, dass mit dem Land über einen Ausbau des Hochwasserdammes entlang des Freizeitzentrums „Espen“ verhandelt werden muss. Auch der dortige Bereich muss besser vor Hochwasser geschützt werden.

Bürgermeister Hengstler erklärte, dass die Verwaltung diesen Punkt aufgreifen wird. Eine Fortsetzung der Dammerhöhung im Gebiet Espen wäre von Vorteil für den Hochwasserschutz.

Einstimmig beschloss der Gemeinderat, dass der Hochwasserdamm entlang des Baugebietes „Große Breite“ ausgebaut werden soll, und dass die Kosten auf das Baugebiet umzulegen sind. Die Grenze der Bebaubarkeit wird auf den Verlauf der zukünftigen Grundstücksgrenze zwischen Hochwasserdamm und Baugebiet verschoben.


2. Verkaufsoffene Sonntag

Der Gemeinderat beschloss einstimmig, dass am Sonntag, 02. April 2006 anlässlich des Gutmadinger Frühlingserwachens die Verkaufsstellen im Stadtteil Gutmadingen von 12.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet werden dürfen. Am Sonntag, 09. April 2006 dürfen im gesamten Gemeindegebiet die Verkaufsstellen von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr geöffnet werden. Der Bund der Selbständigen hat an diesem Sonntag seine Frühlingsveranstaltung.


3. Schneelasten städtischer Gebäude

Bürgermeister Hengstler gab bekannt, dass die städtischen Hallen aufgrund der heftigen Schneefälle von Architekt Kreuzer auf ihre Statik hin untersucht worden sind. Die Ergebnisse liegen nun vor. Es hat zu keinem Zeitpunkt eine Gefährdung gegeben. Bei der maximalen Schneehöhe, die es in Geisingen gegeben hat, waren 90% der Traglast der Hallen erreicht. Trotzdem wurde vorausschauend mit der Problematik umgegangen und Hallen vorsorglich kurzzeitig gesperrt.


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